Zugegeben, die "Jugend für das Leben" verletzt
die zarten Gefühle jener Alt-68er, die meinen, dass nur noch verstaubte
Priester jenseits der Pensionsgrenze gegen die Abtreibung kämpfen
würden. Da tauchen plötzlich Sechzehnjährige auf, die - noch
dazu im voller Übereinstimmung mit ihren Bischöfen - mit
Phantasie, Mut und Schwung "Menschenrechte auch für Ungeborene
" fordern. Wie soll da der sich fortschrittlich und modern
wähnende Herr Redakteur noch wissen, was die Jugend will ?
Mit der Verteilung von Milchschnitten in Wien haben die jungen
Lebensschützer gleich doppelt die Emotionen der Linken geweckt, stand
doch darauf zu lesen: "Gratuliere! Du hast überlebt! Seit dem
1.1.1975 hatte jedes zweite Kind weniger Glück als Du. Es wurde unter der
Fristenregelung abgetrieben." Nun empört sich ein
österreichisches Polit- und Zeitgeistmagazin mit dem schönen Namen
"Format", diese Aktion sei doch "wenig kindgerecht".
Die armen Kinderseelen, so suggeriert das Magazin, könnten Schaden
nehmen, wenn sie mit solchen Botschaften geschockt werden. Diese Heuchler!
Sie finden nichts dabei, dass täglich im Österreich etwa 250 Kinder
durch Abtreibung getötet werden, doch soll diese grausame Wahrheit
doch bitte kein zartes Gemüt verwirren dürfen. Die Augen fest
geschlossen, die Ohren zugeklappt, das Denken ausgeschaltet und das
Gewissen eingeschläfert - so lässt sich in der Abtreibungsgesellschaft
fröhlich feiern. |
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