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ALFA Newsletter vom 1 Januar 2001

 

 

10.Januar.2001

16.01.2001

19.01.2001

+ Berufung neuer Minister Schlag gegen Lebensschutz

ALfA fordert Parlament zu erhöhter Wachsamkeit auf

Düsseldorf. Die Berufung der SPD-Sozialpolitikerin Ulla Schmidt zur neuen Gesundheitsministerin hat die Vorsitzende der "Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA)", Dr. Claudia Kaminski, scharf kritisiert: "In ihrer bisherigen parlamentarischen Arbeit hat Frau Schmidt wenig Sensibilität für Fragen des Lebensschutzes gezeigt." So habe sich Frau Schmidt in der Debatte um die Neuregelung der gesetzlichen Bestimmungen des § 218 Anfang der 90er Jahre vehement für eine Fristenregelung eingesetzt. Da das Gesundheitsressort auch für das geplante Fortpflanzungsmedizingesetz federführend verantwortlich sei, lasse die Berufung Schmidts das Schlimmste befürchten. "Nach den unglaublichen Äußerungen des neuen Staatsministers für Kultur, Julian Nida-Rümelin, ist diese Personalie ein weiterer Schlag gegen den Lebensschutz", so Kaminski.

In einem Beitrag für den Berliner Tagesspiegel hatte Nida-Rümelin Embryonen jegliche Menschenwürde abgesprochen. Die ALfA-Vorsitzende rief den Bundestag zu erhöhter Wachsamkeit auf, da die Bundesregierung offenbar im Begriff stehe, den Grundkonsens der Demokraten aufzukündigen: "Lassen sie nicht zu, dass das Lebensrecht Ungeborener weiter missachtet wird. Folgen Sie dem Auftrag des Grundgesetzes, das allen ein Recht auf Leben garantiert."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

+ Kurswechsel ? SPD stoppt Gesetzentwurf zur Fortpflanzungsmedizin

+ Klarstellung ? Lehmann: Nein zu therapeutischen Klonen behindert Forschung nicht

+ Zukunftsvision ? Hawking: Gentechnik wird "neuen Menschen" erschaffen

+ Werteunion ? EVP beschliesst Grundsaetze zur Bioethik

+ Druckfrisch ? Neues Lebensforum erschienen

+ In eigener Sache ? ALfA?Newsletter mit neuer Redaktion

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+ SPD stoppt Gesetzentwurf zur Fortpflanzungsmedizin

Berlin. (ALfA) Kurswechsel im Gesundheitsministerium: Nach dem Personalwechsel folgt jetzt die politische Kehrtwende. Der Gesetzentwurf der zurueckgetretenen Ministerin Andrea Fischer (Gruene) wurde gestoppt. "So kann man das nicht machen", erklaerte die designierte Staatssekretaerin im Gesundheitsministerium, Gudrun Schaich-Walch (SPD), gegenueber der "Financial Times Deutschland" (FTD, Ausgabe vom 16.01.01).

Waehrend Frau Fischer, die einen Entwurf fuer ein Fortpflanzungsmedizingesetz angekuendigt hatte, der Gentechnik kritisch gegenueberstand, geht die neue Fuehrung jetzt andere Wege. So wird jetzt offenbar die Zulassung von Gentests an kuenstlich befruchteten Embryonen erwogen. Dies deutete Frau Schaich-Walch gegenüber der FTD an: Bei der Präimplantationstechnik könnten wir eine etwas andere Einschätzung finden. Ich könnte mir eine begrenzte Öffnung vorstellen."

Zur Forschung mit Stammzellen von künstlich befruchteten Embryonen und dem therapeutischen Klonen äußerte sich die SPD-Politikerin zurückhaltender. Nach ihren Worten muessten erst die Moeglichkeiten der Forschung geprueft werden: "Wir muessen herausfinden, wie realistisch die Chancen der Stammzellenforschung sind."

(mehr dazu unter: www.ftd.de)

Die jetzt vollzogene Kehrwende hatte sich bereits vor einigen Tage abgezeichnet. In einem Interview fuer den "Stern" hatte Bundeskanzler Gerhard Schroeder (SPD), auf die Frage, "Darf man toeten, um..." mit den Worten reagiert: "Ich wuerde bitten, bei diesem schwierigen Gebiet von so plakativen Begriffen wegzukommen. Ich verstehe die Kritik derer, die mir jetzt mit hehrer Moral kommen, nicht. Ich sehe die Gefahr, dass die Diskussion emotional beeinflusst wird von einem Buendnis zwischen Fortschrittsfeindlichkeit in unserer Gesellschaft und konservativem Fundamentalismus. Was wir brauchen, ist eine vernuenftige Balance zwischen der oekonomischen Nutzbarkeit und ethischen Verantwortbarkeit."

(mehr dazu unter: www.stern.de/magazin)

Die Frankfurter Rundschau (Ausgabe vom 16.01.01) kommentiert den Kurswechsel, wie folgt:

"Erst hat sie der Kanzler programmatisch mit einem Zeitungsartikel eingeleitet, nun wird das Ganze auch personell fest gezurrt: die Wende in der Gentechpolitik. Nach Andrea Fischers Demission hat sich die SPD das wichtige Gesundheitsministerium als fette und leichte Beute gesichert. Die Kurzsichtigkeit der Gruenen raecht sich nun. Denn mit dem Kampf gegen den Rinderwahnsinn BSE und dem neuen eigenen Verbraucherministerium wird die Partei nur kurzfristige Meriten erringen koennen. Die Zukunfts- und Gestaltungsthemen Gentechnik und Biomedizin haben die Gruenen statt dessen ohne Not aus der Hand gegeben.

Mit der Schroeder-Frau Ulla Schmidt wird nun im Gesundheitsministerium aufgeraeumt - inhaltlich wie personell. Als Englands Premier Tony Blair vor einigen Wochen den europaeischen Spitzenplatz in der Gentechnik reklamierte und die Briten das "therapeutische Klonen" in Angriff nahmen, hatte Gerhard Schroeder wohl sein Damaskus-Erlebnis. Die Weichen werden nun endgueltig neu gestellt. Vorrang fuer Forschung und Wirtschaft wird die Parole lauten. Die Restriktionen und Nachdenklichkeiten einer Andrea Fischer passten den fortschrittsglaeubigen Sozis sowieso nicht ins eindimensionale Konzept.

Die SPD geht einen anderen Weg. Die "Keine Scheuklappen"-Signale des Kanzlers, die dubiosen Embryo-Thesen des Kulturstaatsministers Nida-Ruemelin und die blauaeugigen Forschungshoffnungen der Enquetevorsitzenden von Renesse zeigen den Kurswechel an. Ironie der Geschichte: Die Gruenen haben dies erst moeglich und sich damit unmoeglich gemacht."

(mehr dazu unter: www.fr-aktuell.de)

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+ Lehmann: Nein zum "therapeutischen Klonen" verhindert Forschung nicht

Mainz. (ALfA) Gegen das "therapeutischen Klonen" hat sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, ausgesprochen. In einem Beitrag fuer das Magazin "Stern" (Nr. 3 vom 11.01.01) schreibt der Mainzer Bischof: "Die strikte Ablehnung des ?therapeutischen Klonens? verhindert nicht die Forschung und verbietet sie nicht, auch wenn dies immer behauptet wird. Aber die Forschung muss eingebunden sein in einen Wertekonsens, der generell ausschliesst, dass menschliches Leben verbraucht wird. Auch wenn es um die Gewinnung von Stammzellen geht, mit denen man hofft, eines Tages bisher unheilbar geltende Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer behandeln und heilen zu koennen. Es ist nicht jedes Mittel recht, auch dann nicht, wenn die Ziele Sympathie erwecken. Der Zweck heiligt nicht die Mittel."

(mehr dazu unter: www.stern.de/magazin)

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+ Stephan Hawking prophezeit "Evolution per Design"

Bombay. (ALfA) "Die Gentechnik wird in Zukunft den neuen Menschen erschaffen". Diese Ueberzeugung vertritt der bekannte britische Astrophysiker Stephan Hawkings. Auf einem Kongress in Bombay sagte der aufgrund einer unheilbaren Krankheit an den Rollstuhl gefesselte Forscher laut einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" (Ausgabe vom 16.01.01) weiter: "Ich befuerworte das nicht, ich sage es nur, es wird passieren, ob wir wollen oder nicht." Nach Meinung Hawkings koennten Gesetze die Erschaffung von "Uebermenschen" mit verbesserten geistigen und koerperlichen Merkmalen nicht verhindern. Diese neue Spezies werde die herkoemmlichen Menschen verdraengen.

(mehr dazu unter: www.welt.de/wissenschaft)

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+ EVP: "Recht auf Leben vom Moment der Empfaengnis bis zum Tod

Bruessel. (ALfA) Fuer den Schutz des Lebens vom Moment der Empfaengnis bis zum Tod hat sich die Europaeische Volkspartei (EVP) ausgesprochen. Darauf hat Dr. Peter Liese (CDU), Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bioethik der EVP-Fraktion im Europaeischen Parlament, in Bruessel hingewiesen. Liese zitierte das kuerzlich in Berlin verabschiedete gemeinsame Dokument der in der EVP zusammengeschlossenen christdemokratischen Parteien. Dort heisst es unter anderem: "Die EVP verfolgt die Prinzipien des Schutzes und der Foerderung der Wuerde des Menschen und folgerichtig den Respekt vor dem Recht auf Leben und der Einzigartigkeit eines jeden menschlichen Wesens vom Moment der Empfaengnis bis zum Tod. (...) Unterscheidungen zwischen ?menschlichem Leben? und ?Menschen? oder zwischen Embryo als ?potentiellen menschlichen Wesen? koennen nicht gemacht werden, ohne eine inakzeptable Art der Diskriminierung einzufuehren. (...) Die EVP-Politik ist eine Alternative zu einer unkritischen Unterstuetzung fuer technologischen Fortschritt, durch welche der menschliche Embryo als ein Instrument betrachtet wird."

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+ Druckfrisch ? neues Lebensforum ist da

Augsburg. (ALfA) "Lebensrecht in jeder Phase", so lautet der Titel des neu erschienenen "Lebensforums" (Nr. 56), indem auch das von der Bundesdelegiertenversammlung aktualisierte Grundsatzprogramm der "Aktion Lebensrecht fuer Alle e.V." (ALfA) vorgestellt und dokumentiert wird. Schwerpunkt des aktuellen Hefts bildet die Diskussion um das Lebensrecht jedes Menschen von seiner Zeugung an. Schuetzt die neue Grundrechts-Charta der Europaeischen Union auch das Lebensrecht des ungeborenen Menschen? Diese Frage untersucht der Jurist Stefan Brandmaier ("Personenrechte statt Menschenrechte") und fordert eine Wende in der Rechtsprechung der europaeischen Gerichte. Bislang haben, so Brandmaier, der Europaeische Gerichtshof fuer Menschenrechte (EGMR) des Europarats und der Europaeische Gerichtshof der Europaeischen Union (EuGH) das Lebensrecht vor der Geburt stets ignoriert.

Ueber "Unterhaltsansprueche nichtehelicher Muetter" gegen die Vaeter in den ersten drei Lebensjahren informiert die Rechtsanwaeltin Alexandra Esser. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hueppe wendet sich gegen die Legalisierung der Sterbehilfe und fordert die Europaeische Union zu Sanktionen gegen die Niederlanden auf. Der christliche Sozialwissenschaftler Manfred Spieker analysiert eingehend das nun bereits seit 25 Jahren bestehende Verhaeltnis von Lebensrechtsbewegung und katholischer Kirche und kommt zu dem Ergebnis, dass es die notwendige Zusammenarbeit nirgends so zu wuenschen uebrig laesst, wie in Deutschland.

Vor dem Hintergrund der nationalsozialisitischen Euthanasie beleuchtet der Historiker Eckard Heesch aktuelle Bezuege der Bioethikdiskussion in seinem Beitrag: "Die Entsorgung des Menschlichen". Viele Reproduktionsmediziner haben die Adoption aus dem Auge verloren, kritisiert Professor Otto Paul Hornstein den Machbarkeitstrend in der Medizin. Im Dokumentationsteil finden sich die neuen Bischoeflichen Richtlinien fuer die katholische Schwangerenberatung ebenso wie die Erklaerung der Paepstlichen Akademie fuer das Leben zum ethischen Verbot des so genannten "therapeutischen Klonens". Abgerundet wird das aktuelle Heft durch Rezensionen von Buechern, die sich mit der Praeimplantationsdiagnostik und dem Post Abortion Syndrom beschaeftigen.

Alle Bezieher des ALfA-Newsletters koennen diese Ausgabe des Lebensforums als kostenloses Probeexemplar bei der Bundesgeschaeftsstelle der ALfA, Ottmarsgaesschen 8, 86152 Augsburg, Tel 0821-512031, Fax: 0821-156407 oder am besten direkt per E-mail an: ALfAbgs@aol.com anfordern. Das Jahresabonnement des Lebensforums kostet 24 DM; fuer ALfA?Mitglieder sind die Kosten fuer den Bezug des Lebensforums im Jahresbeitrag von 36 DM bereits enthalten.

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+ In eigener Sache ? ALfA?Newsletter mit neuer Redaktion

Augsburg. (ALfA) Die Redaktion des ALfA-Newsletters hat gewechselt. Kuenftig wird der ALfA-Newsletter von der Medienagentur Rehder & Partner erstellt. Die ALfA dankt Herrn Christoph Overkott an dieser Stelle noch einmal fuer Entwicklung und Aufbau des ALfA-Newsletters. Kuenftig wird der ALfA-Newsletter nicht mehr taeglich, sondern nur noch ? wenn auch dann in erweiterter Form ? zum Wochenende erscheinen. Mit diesem Kompromiss reagiert die ALfA auf die verschiedentlich geaeusserten Hinweise von Abonnenten des ALfA?Newslettern, die Fuelle der Informationen sei taeglich nicht immer und von jedem zu bewaeltigen.

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Die AlfA ist für den Inhalt nachfolgender Anzeigen nicht verantwortlich.

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+ Philosophenstreit: Spaemann ruegt Nida-Ruemelin

+ Keine Scheine: Beratung weiter gefragt

+ Belgien: Euthanasie bald straffrei?

+ Schweiz: Weiter Streit um Kassenzulassung von Mifegyne (RU 486)

+ Gentechnik: Gruene wehren sich gegen neue Marschrichtung

+ Tagespresse: Gentechnik-Diskussion geht weiter

+ Uebersicht: KNA publiziert Sonderheft "Ethische Fragen in der Medizin"

 

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+ Philosophenstreit: Spaemann ruegt Nida-Ruemelin

Hamburg. (ALfA) Der Philosoph Robert Spaemann hat Kulturstaatsminister Julian Nida-Ruemelin (SPD) vorgeworfen, mit seinen Ansichten zur Menschenwuerde im Widerspruch zur Verfassung zu stehen. In einem Beitrag fuer den Berliner "Tagesspiegel" hatte der Philosophieprofessor Nida-Ruemelin Anfang des Jahres die Auffassung verfochten, Menschenwuerde komme nur dem zu, der auch ueber "Selbstachtung" verfuege. Im einem ausfuehrlichen Aufsatz für die Wochenzeitung "Die Zeit" (Ausgabe vom 18.01.01) schreibt Spaemann: "In den abgeschlossenen Raeumen des philosophischen Seminars muss jede Ungeheuerlichkeit vorgebracht werden duerfen. (...) Wenn dagegen ein Minister unseres Landes sich in dem ersten oeffentlichen Diskussionsbeitrag nach seiner Ernennung gegen den ersten Artikel des Grundgesetzes in der rechtsverbindlichen Auslegung durch das Bundesverfassungsgericht ausspricht, ohne diese Auslegung ueberhaupt der Erwaehnung wert zu finden, dann gibt das Anlass zur Sorge." So folge das Verfassungsgericht "in seiner staendigen Rechtsprechung dem bereits vor zwei Jahrzehnten formulierten Satz: ?Wo menschliches Leben existiert, kommt ihm Menschenwuerde zu; es ist nicht entscheidend, ob der Traeger sich dieser Wuerde bewusst ist und sie selbst zu wahren weiss. Die von Anfang an im menschlichen Sein angelegten potentiellen Faehigkeiten genuegen, um die Menschenwuerde zu begruenden? (Urteile des BVG, Bd. 39,1, S. 41)."

(mehr dazu: www.zeit.de)

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+ Keine Scheine: Beratung weiter gefragt

Muenchen. (ALfA) Die Zahl der Beratungsgespraeche in der katholischen Schwangerenberatung der Erzdioezese Muenchen und Freising ist nicht ruecklaeufig. Nach einem Bericht der katholischen Zeitung "Die Tagespost" (Ausgabe vom 18.01.01) sind in allen Beratungsstellen die Termine bis in den Februar hinein ausgebucht. Seit Jahresbeginn bescheinigen die Einrichtungen die Beratungen nicht mehr. Dennoch gebe es "eine grosse Nachfrage der Beratung und Hilfe suchenden Frauen mit steigender Tendenz" zitiert die Zeitung die Leiterin des Referates fuer caritative und soziale Aufgaben im Erzbischoeflichen Ordinariat, Elke Huemmeler.

Schwangere Frauen in Konfliktsituationen suchten einen freien und offenen Raum. "Sie denken nicht vordergruendig und kurzschluessig an die Ausstellung einer Bescheinigung", so Frau Huemmeler. Die Ordinariatsraetin forderte dem Zeitungsbericht zufolge ein Umdenken: Die Vorstellung, dass Frauen bei Konflikten "unreflektiert und eindimensional von vorneherein einen Schwangerschaftsabbruch ansteuern", sei falsch.

(mehr dazu: www.die-tagespost.com)

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+ Belgien: Euthanasie bald straffrei ?

Wuerzburg. (ALfA) Belgien steht vor einer Liberalisierung der Gesetze zur Sterbehilfe. Dies meldet die katholische Zeitung "Die Tagespost" (Ausgabe vom 16.01.01). Das Blatt beruft sich auf Berichte belgischer Zeitungen, wonach sich eine Mehrzahl von Senatoren auf einer Klausurtagung im Grundsatz geeinigt habe, Sterbehilfe in bestimmten Faellen nicht unter Strafe zu stellen. Dazu schreibt "Die Tagespost": "Nach den Bestimmungen ist aktive Sterbehilfe dann straffrei, wenn ein Patient unertraeglich leidet, aussichtslos krank ist und mehrfach ausdruecklich darum gebeten hat. Der Arzt muss in einem solchen Fall einen Kollegen um Mitentscheidung bitten."

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+ Schweiz: Weiter Streit um Kassenzulassung von Mifegyne (RU 486)

Basel. (ALfA) Die "Schweizerische Hilfe fuer Mutter und Kind" (SHMK) hat gegen den Entscheid des Schweizerischen "Bundesamtes fuer Sozialversicherung" (BSV) zur Kassenzulassung von Mifegyne (RU 486) Widerspruch eingelegt. In einer SHMK-Pressemitteilung heisst es: "Zur Zeit laeuft bereits gegen den Vertrieb der Pille ein Verfahren auf kantonaler Ebene. (...) Die SHMK macht geltend, dass die Zulassung der Pille gegen bestehende Gesetze verstoesst und die Frau gesundheitlichen Risiken sowie massivem zeitlichem Druck aussetzt."

(mehr dazu: www.mamma.ch)

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+ Gentechnik: Gruene wehren sich gegen neue Marschrichtung

Berlin. (ALfA) Mit Verwunderung hat die Gesundheitspolitikerin der Gruenen, Katrin Goering-Eckardt auf die juengsten Aeusserungen aus dem Gesundheitsministerium reagiert. Dies meldet die "Financial Times Deutschland" in ihrer Ausgabe vom 17. Januar. Die neue Parlamentarische Staatssekretaerin, Gudrun Schaich-Walch (SPD), hatte gegenueber der Zeitung erklaert, das Gesundheitsministerium wolle von der strikten Ablehnung der zurueckgetretenen Ministerin Fischer (Gruene) in der Praeimplantationsdiagnostik (PID) abruecken. Dies kommentierte Frau Goering-Eckardt mit den Worten, darueber werde man in der Koalition zu sprechen haben. Man duerfe nicht einfach alles zulassen, was wissenschaftlich moeglich sei.

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+ Tagespresse: Gentechnik-Diskussion geht weiter

Berlin. (ALfA) Die durch Aeusserungen von Bundeskanzler Schroeder und Kulturstaatsminister Nida-Ruemelin sowie den Wechsel im Gesundheitsministerium neu entbrannte Gentechnik-Diskussion und die zu erwartenden politischen Folgen finden auch in der Tagespresse immer breitere Beachtung.

Nach einem Bericht der Online-Ausgabe der "Sueddeutschen Zeitung" vom 16. Januar ist Ex-Gesundheitsministerin Andrea Fischer (Gruene) von ihrer eigenen Fraktion enttaeuscht. Mit dem Ressortwechsel zum Verbraucherschutz habe man die Zustaendigkeit fuer medizinische Gentechnik aufgegeben. "Das war ein Fehler", zitiert das Blatt Frau Fischer.

(mehr dazu: www.sueddeutsche.de)

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Online-Ausgabe vom 17.01.01) schreibt, die Haltung der SPD, die mit den Ministerien Gesundheit, Justiz und Forschung fuer Fragen der Gentechnik nun ausschliesslich zustaendig sei, stosse bei den Gruenen auf Kritik. Monika Knoche, Obfrau der Gruenen in der Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin", sagte nach FAZ-Angaben einige Sozialdemokraten traeten zur Zeit mit triumphaler Geste auf. "Sie brueskieren damit nicht nur die Gruenen, sondern eine grosse Zahl wichtiger Wissenschaftler und Genetiker, die sich seit Jahren mit dem Thema auseinandersetzen." Frau Knoche verwahrte sich gegen Aeusserungen von Bundeskanzler Schroeder. Ethische Fragen zu stellen, sei kein Dogmatismus.

(mehr dazu: www.faz.de)

Zur Gentechnik-Diskussion nachfolgend ein Kommentar des Berliner "Tagesspiegel":

"Die Frauen mit der Mundharmonika

Will die SPD wirklich eine Wende in der Biotechnologie?

Von Bernd Ulrich

Die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und ihre kuenftige Staatssekretaerin lassen verlauten, sie wollten eine Wende in der Gentechnologie - hin zu mehr Liberalitaet. Und damit das auch jeder glaubt, sollen ein Papier eingestampft, zwei Abteilungsleiter ausgetauscht und - welch kecker Mut - sogar eine Bundestagsdebatte anberaumt werden. In diesem Wende-Szenario sind drei Thesen enthalten: 1. Die Gentechnik-Politik von Ex-Ministerin Fischer war fundamentalistisch. 2. Die SPD hat diese Politik nicht mitgetragen. 3. Jetzt kommt etwas Neues.

Alle drei Thesen sind falsch. Das Ministerium von Andrea Fischer hatte Eckpunkte zu einem Fortpflanzungsmedizingesetz vorgelegt, das der Reform des Embryonenschutzgesetzes dienen sollte. Darin war in den ethisch heiklen Punkten zum Umgang mit Embryonen niedergeschrieben, was die grossen Kirchen, die Mehrheit des Bundestages, die massgeblichen deutschen Wissenschaftler und das Bundesverfassungsgericht bislang auch wollen: naemlich den Embryo, dem eine eigene Menschenwuerde zugebilligt wird, davor schuetzen, zum blossen Material von Forschung zu werden. Nur in einem einzigen Punkt vertritt Andrea Fischer eine Position, mit der sie moeglicherweise in der Minderheit gewesen waere: Sie will die Praeimplantations-Diagnostik verbieten, also das Selektieren von Embryonen bei erblich stark belasteten Eltern.

Wenn die beiden SPD-Frauen ernstlich planen sollten, diesen vom Fischer-Ministerium formulierten Konsens aufzukuendigen, dann darf man ihnen viel Vergnuegen wuenschen: Der Gegenwind, der dann entstuende, duerfte den Bundeskanzler, wie schon bei BSE geschehen, im Handumdrehen zum allerbravsten Bio-Konservativen machen.

Was also soll dann dieses ganze Schein-Wende-Manoever? Offenbar moechte die SPD bei der Gentechnologie den Sound aendern. Es soll irgendwie tatkraeftiger klingen, pragmatischer und nicht so furchtbar ethisch. Macht das was? Schon: Denn die Gefahr bei der deutschen Diskussion um die Zukunft der Gentechnologie besteht weniger darin, dass eine zweifelhafte Liberalisierung nach englischem Vorbild bevorstuende. Die Gefahr besteht in einem rapiden Niveauverlust. Schon die Intervention des Kanzlers kurz vor Weihnachten fiel ein wenig hinter den erreichten Stand der Debatte zurueck. Auch die ersten Aeusserungen aus der SPD nach der Uebernahme des Gesundheitsministeriums lassen nichts Gutes ahnen. Das wirkt alles ein bisschen wie der Versuch, Bachs H-Moll-Messe auf der Mundharmonika zu spielen.

Wobei Niveau hier keine Frage von Intellektualitaet ist, sondern von Aufrichtigkeit und gegenseitigem Respekt: Bei der Gentechnologie sind schwierige medizinische mit komplizierten ethischen Problemen verknuepft. Was geht und was nicht, darueber zu reden ist also anstrengend. Ein richtig verstandener Pragmatismus muss diese gesellschaftliche Debatte darum zu gegebener Zeit in die Tat umsetzen. Ersetzen oder abwuergen kann er sie nicht. Jedenfalls nicht, ohne die Gewissensgrundlagen dieser Gesellschaft zu zerreissen. Und das will die SPD doch nicht. Bestimmt nicht."

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+ Neuerscheinung: KNA-Sonderheft "Ethische Fragen in der Medizin"

Berlin. (ALfA) Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) hat ein Sonderheft "Ethische Fragen in der Medizin - von der Humangenetik bis zur Sterbehilfe" herausgegeben. Die Publikation zeichnet auf 194 Seiten wichtige Stationen der Entwicklung in der Biomedizin in den vergangenen Jahren nach. Laut KNA wird ausserdem die Debatte ueber ethische Fragen skizziert: "Das Themenspektrum reicht von der Humangenetik ueber die Fortpflanzungsmedizin bis hin zu Euthanasie, Organspende, Euthanasie und Spaetabtreibung. Das Thema Abtreibung wurde bewusst ausgenommen, weil es den Umfang dieses Readers gesprengt haette. Bei den Texten handelt es sich im Wesentlichen um Meldungen, die die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) an ihre Kunden verbreitet hat. Sie werden in chronologischer Reihenfolge publiziert und durch Stichworte, Chronologien und Korrespondentenberichte ergaenzt. Ein Anspruch auf Vollstaendigkeit wird nicht erhoben. Kirchliche und theologische Positionen sind haeufiger zu finden als andere Debattenbeitraege."

Die Broschuere im Format DIN A4 kostet pro Exemplar:

36,92 DM / 18,87 Euro bei E-Mail-Versand (inkl. 7 % Mehrwertsteuer)

41,20 DM / 21,07 Euro bei Postversand (inkl. 7 % Mehrwertsteuer und 4 DM / 2,05 Euro Versandkosten).

(mehr dazu: www.kna.de)

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